Als Fans können wir die Geschichte gar nicht oft genug erzählen: Motorpsycho, benannt nach einem Film des US-Regisseurs Russ Meyer (im Gegensatz zu Motopsycho nicht ganz so gut gealtert), sind eine jener Bands, für die Genres weniger Grenzen als Einladung zur Überschreitung darstellen: Progressive Rock, Psychedelia, Folk, Hardrock, Jazz, Country und Heavy Metal, you name it, alles wird zu Material ihres unendlichen Appetits.
Ende der Achtziger in Trondheim gegründet, fanden sie mit spätestens ihrem 1993er Album „Demon Box“ endgültig zu ihrer Form: ein ambitioniertes Doppelalbum, das ihnen eine norwegische Grammy-Nominierung und eine treue Fangemeinde bescherte. Danach machten Motorpsycho sich daran, auch außerhalb Norwegens ihren Ruf zu zementieren – mit einer Serie gefeierter Alben, die musikalisch bereits jene Grenzenlosigkeit vorwegnahm, die seither zum Markenzeichen der Band werden sollte.
Ihre eigentliche Spezialität aber entfaltet sich auf der Bühne: Motorpsycho sind berüchtigt für Livekonzerte, die schon mal drei Stunden dauern – lang, laut, virtuos und mit der erfreulichen Aussicht, dass am Ende doch noch einmal alles ganz anders kommt, als es zunächst schien. Ihr jüngstes in einer fast zahllosen Reihe an hervorragenden Alben ist das 2026 erschienene „The gaia II space corps“, das sei an dieser Stelle aus Chronistenpflicht nachgetragen.
Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V.
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